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Merowinger

Merowingerzeit ist ein Überbegriff innerhalb der Archäologie, benannt nach dem fränkischen Königsgeschlecht der Merowinger, der einen Zeitabschnitt von ca. 480 – 751 n.d.Z. beschreibt.  Die Merowingerzeit beginnt in der  Völkerwanderungszeit, bezeichnet aber auch den Übergang von der Spätantike in das frühe Mittelalter.

In ihrem Mittelpunkt stehen die tragischen Ereignisse um Wanderung, Aufstieg und  Niedergang, aber auch die Christianisierung  wie die dauerhaften Begründungen germanischer Völker: Wandalen, Ost – und Westgoten, Sueben, Skiren, Alamannen, Thüringer, Langobarden, Heruler, Gepiden, Friesen, vor allem aber der Franken und Angelsachsen.

Sie bekämpften sich bisweilen heftig untereinander, zunächst noch mit und gegen Weströmer wie Hunnen,  später auch  gegen Byzanz und die Awaren, ein Turk – Reitervolk aus den Steppen Asiens. In Skandinavien bezeichnet man die Merowingerzeit auch als Vendelkultur, benannt nach einem Fundort am Flüsschen Vendel in Schweden.  Die Ereignisse der Merowingerzeit lieferte die realen Vorlagen zu bekannten Sagen wie dem Nibelungenlied u.a..

 Merowinger

Um einen realen Eindruck vom Aussehen der Menschen in dieser Epoche zu vermitteln, hat daher   Ulfhednar,  unter der Leitung  von Arian Ziliox, als erste Gruppe, über einen Zeitraum von gut 15 Jahren hinweg, einige der schönsten (Adels-) Gräber  Europas rekonstruiert.  Sie gelten daher als Vorreiter und Begründer der frühmittelalterlichen Sparte innerhalb des sog. Living – History Genres, bzw. des “Reenactment“

Unter diesen Rekonstruktionen befinden sich die merowingerzeitlichen Fürstengräber von Krefeld- Gellep (Grab 1782), Planig, Stössen, Gammertingen und Morken. Alle diese Gräber enthielten vergoldete Spangenhelme vom sog. „Baldenheimer Typ“, aufwendige Spathas, bisweilen aufwendige Pferdezaumzeuge, Kettenhemden, Lanzen und weiteres kostbares Zubehör, wie vergoldete und almandinverzierte Gürtel, Messerbestecke und Glas, aber auch Dinge des alltäglichen Gebrauchs, wie Kochkessel, Bratspiesse und Keramik.

Merowinger Kavallerie

Zu den weiteren merowingerzeitlichen Rekonstruktionen zählen der besonders herausragende  Knochenhelm des Knabengrabes unter dem Kölner Dom, ein ebenfalls reich ausgestattetes Grab von Bretzenheim, sowie die Gesamtrekonstuktion des Alamannischen Adelsgrabgeleges von Niederstotzingen.

 Merowinger Ulfhednar Arian Ziliox Merowinger Ulfhednar Arian Ziliox

Krieger in zeitgenössischer Tracht, in Schlachtreihe, beim Werfen der Franziska:

Merowinger Krieger Merowinger Ulfhednar Arian Ziliox

Frauentrachten der Merowigerzeit

Bisweilen noch aufwendiger als die Realisierung merowingerzeitlicher Männergräber gestaltete sich dazu die Rekonstruktion merowingerzeitlicher Frauentrachten.

Bis vor gut 10 Jahren waren die Schnitte der Kleider, wie die Aufteilung und Anbringung der Schmuckgehänge, selbst in der archäologischen Fachwelt nicht vollständig gesichert und nur durch annähernde Zeichnungen angedeutet. Auch hier war es Ulfhednar/ Arian Ziliox, der nach jahrelanger Recherche schließlich realistische und mustergültige Rekonstruktionsvorschläge vorstellen konnte.

Ärgerlich für die Gruppe war, dass schließlich eine ganze Reihe anderer Darsteller, die über Dritte mit den  Ideen, Unterlagen und Ausarbeitungen von Arian Ziliox versorgt worden waren, dessen Ergebnisse als Eigenleistungen vor Fachwelt und Öffentlichkeit deklarierten.  Ein ähnliches Schicksal hatten leider auch von der Gruppe entworfene Nachwebungen historischer Textilien.

Trotz des Schadens, der Ulfhednar/ Arian Ziliox durch allzu eifrige Nachahmer und Kopisten wie böswilliger Verleumder angerichtet wurde, sind Qualität und Umfang, wie die Atmosphäre von Bildern der Gruppe, bis heute unerreicht.

Ulfhednar war und ist der Impuls einer ganzen Sparte, dazu Motor und Ursprung internationaler wie europäischer Zusammenarbeit innerhalb der frühmittelalterlichen Reenactmentszene.

 straubing447  westgotin
 Eine Langobardin in Bayern, mit einr rekonstruierten 4-Fibeltracht des 6. Jh,
nach einem Befund in Straubing/Bajuwarenstraße, Grab 447
 Rekonstruierte Tracht einer Westgotin, 5./6. Jh,
nach einem Befund aus Vique, Frankreich.
Mit Dank an Alain Nice und Patrick Perin
thueringerinnnen kirchheim
 Drei Thüringerinnen in der Fremde,
nach Grabfunden aus Schretzheim, Grab 297,
Pleidelsheim Grab 89 und aus Pleidelsheim Grab 9
 Eine feine alamannische Dame des 7. Jh,
nach einem Befund aus Kirchheim/Ries, Grab 326

2 Antworten auf Merowinger

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